Leder ist ein Material, das aus der Haut von Tieren (Rind, Kalb, Ziege, Schwein, Krokodil etc.) gewonnen wird. Nach dem Schlachten werden die Rohhäute gesäubert und enthaart. Anschließend wird die Haut mit tierischen, mineralischen oder pflanzlichen Gerbstoffen behandelt und dadurch haltbar gemacht. Für die meisten Anwendungen bedarf es noch diverser Oberflächenbehandlungen, wie z.B. Lackieren, Prägen, Perforieren u.ä.
Verwendung findet Leder vor allem in der Bekleidungsindustrie/Mode (Jacken, Schuhen, Gürteln, (Hand-)Tasche und Motorrad- oder SchutzKleidung), in der Möbelindustrie (Bezug von Möbeln, Sofa ö.ä.), im Sport (zur Herstellung von Bällen (Fußball) oder Sportgeräten). Ein wachsender Anwendungsbreich ist die Technik oder Fahrzeugindustrie. Schon früh wurde Leder für Transmissionsriemen o.ä. verwendet. Die Verwendung als Innenraum- oder Lenkradverkleidung so wie für Ledersitz ist stark zunehmend. Nicht unbedeutend ist Leder auch als Fetisch.
In der Regel wird als Kunstleder der Verbund von textilem Gewebe mit einer Beschichtung aus Kunststoff verstanden. Hierbei handelt es sich um Naturfasergewebe oder Kunstfasern, die mit einer weichen PVC-Schicht beschichtet sind. Diese Beschichtungen können je nach Anwendungsfall kompakt oder geschäumt ausgeführt werden. In aller Regel sind die Oberflächen noch genarbt, sodass sie eine Lederstruktur entsprechen. Anwendungsbeispiele für Kunstleder sind Schuhe, Taschen oder automobile Faltdächer Moderne Kunstleder besitzen anstelle der PVC - Bescbichtung eine Polyurethan - Beschichtung.
Arten der Markise
Man unterscheidet im Wesentlichen zwischen 3 Markisenarten. Der Roll-Markise, bei welcher das Tuch auf eine Tuchwelle eingerollt werden kann, der Falt-Markise, die zwar beweglich ist, aber keine Tuchwelle besitzt und der Fest-Markise, die in ihrer Form nicht veränderbar ist
ELG Görlitz
Liefergenossenschaft des lederverarbeitenden Handwerks in Görlitz
Korbmarkise
Die Korbmarkise ist die wohl einfachste Markisenkonstruktion. Sie besteht aus einem zum Viertelkreis gebogenem Gestell, vorwiegend aus Aluminium, das feststehend oder einklappbar sein kann und mit dem Markisentuch bespannt ist. Diese Markise sieht man oft vor Geschäften oder Cafes. Aufgrund der gebogenen Form kann sie Kräfte gut auffangen und ist daher auch bei hohen Windlasten und, mit geeigneten Tüchern, als Regenschutz einsetzbar.
Fallarmmarkisen
Die Fallarmmarkise ist eine einfache Roll-Markisen-Konstruktion und wird oft als Verschattung und Sichtschutz vor Fenstern angebracht. Die Tücher sind in vielen Fällen nicht ganz lichtdicht, so dass sie zwar als Blendschutz dient, aber dennoch Licht in den Raum lässt. Das Tuch befindet sich auf einer Tuchwelle und wird durch 2 Arme, die am unteren Ende des Tuches befestigt sind zum Ausfall gebracht. Durch Druckfedern in den Armen wird die benötigte Zugkraft aufgebracht. Je nach Länge und Anbringungshöhe der Fallarme kann der Schwenkbereich zwischen 90 und 180 Grad liegen. Sie kann elektrisch, mittels eines 'Rohrmotors, oder manuell über Getriebe und Kurbel angetrieben werden.
Fallmarkise
Die Fallmarkise ähnelt der Fallarmmarkise, nur mit dem Unterschied, dass das Tuch, geführt von den Führstangen, senkrecht nach unten läuft. Das Gewicht des Fallprofils, das am Ende des Tuches sitzt reicht aus um das Tuch nach unten zu ziehen.
Markisolette
Die Markisolette ist eine Kombination aus Fall- und Fallarmmarkise. Das Tuch fährt aus ihrer oberen Endlage zuerst senkrecht nach unten und stellt sich dann, wie eine Fallarmmarkise über die Arme aus. Diese Konstruktion ist oft an öffentlichen Gebäuden, wie Schulen oder Krankenhäusern vorzufinden.
Gelenkarmmarkisen
Bei der Gelenkarmmarkise wird das Markisentuch von zwei oder mehr Armen von der Tuchwelle' (Stahl) weggedrückt. Dadurch ist ein beinahe waagerechter Ausfall des Markisentuchs möglich. Die Grundkonstruktion besteht aus Aluminium. Die Arme werden mittels Stahlfedern unter Spannung gesetzt und drücken das Tuch beim Ausfahren nach außen und halten es straff. Beim Einfahren muss der Federkraft entgegengewirkt werden. Daher benötigt das Einfahren einen höheren Kraftaufwand als das Ausfahren. Sie werden hauptsächlich als 'Sonnen- und Wärmeschutz, sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich, verwendet. Aufgrund ihrer Konstruktion ist sie nur bis zu einem bestimmten Ausfall, d. h. wie weit sie ausfährt, anwendbar (bis ca. 400 cm). Die Breite einer einzigen Markise geht in der Regel bis maximal 7-8 Meter. Es können aber mehrere Markisen miteinander gekoppelt werden. Die „Neigung“ der Markise kann je nach Wunsch variiert werden. Die Markise wird über Konsolen mit dem Mauerwerk verschraubt. Nicht für den Regenschutz ausgelegte Gelenkarmmarkisen müssen bei (stärkerem) Regen oder Wind eingefahren werden, da sie sonst aufgrund der Hebelwirkung' Schaden nehmen könnten. Fast alle Markisen können sowohl an einer Wand, als auch an einer Decke (z.B. Balkon) befestigt werden. Sie muss fest mit der Wand/der Decke verbunden werden, da durch die Hebelwirkung große Kräfte wirken.
Man unterscheidet zwischen 'offenen Gelenkarmmarkisen, bei welchen die Welle offen sichtbar ist (teilweise auch mit Dach), und 'geschlossenen oder auch Kastengelenkarmmarkisen, bei denen um die Tuchwelle ein Schutz (Kasten) angebracht ist, der das Tuch im eingefahrenen Zustand vor den Witterungseinflüssen schützen soll.
Angetrieben wird die Markise entweder über ein Getriebe, das mit einer Kurbelstange bewegt wird, oder durch einen Rohrmotor, der in die Welle eingeschoben wird.
Wintergartenmarkise
Die Wintergartenmarkise' ist eine spezielle Markisenart zum Beschatten von Wintergärten. Das Markisentuch wird über Seilzüge aus- und eingefahren und in seitlichen Schienen geführt.
Das Markisentuch
Markisentuch aus Acryl
Das Acryl-Markisentuch ist ein aus spinndüsengefärbtem Garn (das heißt außen wie innen gefärbt) gewobenes Tuch. Es wird hauptsächlich zum Sonnen- und Wärmeschutz' eingesetzt und oft bei Gelenkarm- und Wintergartenmarkisen verwendet. Durch die Imprägnierung sind sie bedingt Schmutz abweisend und wetterfest. Es gibt sie in verschiedenen Farben und Mustern.
Markisentuch aus PVC
Bei Markisentüchern aus PVC (Polyvenylchlorid), handelt es sich um Tücher, die z. B. bei Markisen eingesetzt werden, die die ganze Zeit der Witterung ausgesetzt sind (Korbmarkisen, Markisoletten). Es handelt sich eigentlich um ein mit PVC überzogenes Polyestergewebe. Es gibt Tücher, die blickdicht sind und andere, die ein gröberes Gewebe haben, so dass noch etwas Licht durchscheint. Sie sind unter anderem wetterfest und Schmutz abweisend, haben aber den Nachteil, das sie nicht so luftdurchlässig sind. Bei starkem Sonnenschein kann es darunter sehr warm werden.
Bei fast jeder Markise gibt es die Möglichkeit zusätzlich einen Tuchstreifen, den Volant, (meist gewellt) an dem vorderen Ende des Tuches (dem Ausfallprofil) zu hängen.
Ein Reißverschluss (engl.: zipper) besteht aus 2 Seitenteilen mit Krampen (kleinen Zähnen) und einem Schieber, mit dem die Krampen ineinander verhakt und wieder gelöst werden können. Reißverschlüsse können heute nicht nur aus Metall, sondern auch aus Kunststoff preiswert hergestellt werden. Ebenso gibt es wasserdichte Reißverschlüsse.
Aufbau
Jeder Streifen besitzt feine Metallzähne, die beim Schließen durch einen Schieber ineinandergehakt werden. In modernen Reißverschlüssen finden immer häufiger Kunststoffzähne Verwendung, welche in einem Werkzeug im Spritzgussverfahren an die Stoffstreifen angespritzt werden. Ebenso sind auch Reißverschlüsse mit Kunststoffspirale üblich. Man unterscheidet teilbare und nichtteilbare Reißverschlüsse. Eine besondere Form ist der 2-Wege-Reißverschluss, der sich im geschlossenen Zustand am anderen Ende öffnen lässt.
Geschichte
Der Reißverschluss wurde ab 1851 von mehreren Erfindern entwickelt. Die erste praktikable Idee dazu hatte der US-Amerikaner Whitcomb Judson aus Chicago im Jahr 1890 und meldete sie 1893 zum Patent an ("clap locker", "Klemmöffner für Schuhe"). 1905 war seine Produktions-Maschine fertig gebaut, aber das Ergebnis war von Perfektion noch weit entfernt.
Erstmals in großem Umfang wurden Reißverschlüsse 1917 in der US Navy bei wetterfesten Anzügen von Lotsen eingesetzt. Die allgemeine Umsetzung in Alltags-Kleidung fand ab 1925 und 1935 statt.
Reißverschlüsse
Sattler
Im Textilbereich haben Reißverschlüsse an vielen Stellen Knöpfe ersetzt. Schwergängige Reißverschlüsse mit Metallkrampen können durch das Einreiben mit Seife, Wachs oder Graphit leichtgängiger gemacht werden. Bei Reißverschlüssen mit Kunststoffzähnen oder Kunststoffspirale hilft Silikonspray oder Haarspray, um diese wieder leichtgängig zu machen.
Als Segeltuch oder Segelleinwand bezeichnet man ein aus starkem Garn dicht und fest gewebten Stoff, welcher zu Segeln, Tarpaulin, Zeltbekleidungen, Frachtwagendecken etc. gebraucht und meist aus reinem Hanf-, oft aber auch aus mit Hanf und Flachs gemengtem Werggarn verfertigt wird.
Lösemittelhaltige Nassklebstoffe
Bei lösemittelhaltigen Nassklebstoffen liegt das Polymer in organischen Lösemitteln gelöst vor und wird so appliziert. Das Fügen findet zu einem Zeitpunkt statt, bei dem noch genügend Lösemittel in der Klebschicht vorhanden ist, um eine Benetzung der zweiten Fügeteiloberfläche zu gewährleisten. Durch Verdunsten der Lösemittel bindet der Klebstoff ab, das heißt er wird zunächst zäher und verfestigt sich schließlich durch die Ausbildung physikalischer Wechselwirkungen zwischen den Polymerketten.
Lösemittelhaltige Nassklebstoffe können auch zum Diffusionskleben (Kaltschweißen) thermoplastischer Kunststoffe verwendet werden. Dabei werden beide Klebflächen mit dem Klebstoff bestrichen, der ein Lösemittel enthält, welches imstande ist, die Oberfläche der Fügeteile anzulösen. Nach kurzer Einwirkzeit werden die beiden Fügeteile unter Druck gefügt, wodurch sich die durch das Lösemittel freigelegten Polymerketten der angelösten Oberfläche - ähnlich wie die Borsten zweier Bürsten, die ineinander gedrückt werden - durchdringen und miteinander verschlaufen. Nach Entweichen des Lösemittels entsteht so nach einiger Zeit eine Verbindung, die rein auf Kohäsionskräften beruht.
Dispersionsklebstoffe
Dispersionsklebstoffe nutzen in der Regel Wasser als mobile Phase (Dispersionsmittel), in der die Klebstoffbestandteile als Dispersion vorliegen. Nach Aufbringen auf die zu verklebende Fläche bricht die Dispersion durch Entweichen des Dispersionsmittels in die Fügeteile oder durch dessen Verdunstung in die Umgebung bzw. durch Veränderung des pH-Wertes. Die Klebstoffbestandteile nähern sich dabei an und bilden einen Film, der die beiden Fügeteile verbinden kann.
Wässrige Dispersionsklebstoffe werden heute vielfältig als Ersatz der Lösemittelklebstoffe verwendet, da sie nicht wie diese brand- und explosionsgefährlich sind und auch keine gesundheitsbeeinträchtigenden Lösemittel freisetzen. Nachteil ist allerdings, dass wasserbasierte Klebstoffe zum Abbinden längere Zeit oder mehr Energie benötigen. Außerdem sind Dispersionsklebstoffe frostempfindlich.
Schmelzklebstoffe
Schmelzklebstoffe - oft auch als "Hotmelts" bezeichnet - sind bei Raumtemperatur fest und werden durch Aufschmelzen verarbeitbar. Die heiße Klebstoffschmelze wird auf das zu verklebende Teil aufgebracht und sofort mit dem zweiten Teil innerhalb der Offenzeit gefügt. Unmittelbar nach dem Abkühlen und Erstarren des Klebstoffs ist die Verbindung fest und funktionsfähig. Dies ermöglicht in Produktionsprozessen sehr schnelle Taktzeiten und unmittelbares Weiterverarbeiten.
Für den Hobby- und Kleinanwender kommen Schmelzklebstoffe in Form von Klebekerzen (Klebesticks) in den Handel, die mit Schmelzklebepistolen verarbeitet werden können. Bei technischen Anwendungen werden sie auch in Form von Folien, Granulaten oder Blöcken mit Hilfe von Schmelzgeräten und nachgeschalteten Auftragsköpfen verarbeitet.
Schmelzklebstoffe sind lösemittelfrei, jedoch ist ihr Einsatz wegen der hohen Verarbeitungstemperaturen auf temperaturresistente Werkstoffe beschränkt. Andererseits verhält sich der Klebstoff reversibel, das heißt bei Temperaturerhöhung wird er wieder weich und besitzt daher nur eine eingeschränkte Wärmebeständigkeit. (siehe auch reaktive Schmelzklebstoffe)
Kontaktklebstoffe
Kontaktklebstoffe können sowohl Lösemittelklebstoffe oder auch Dispersionsklebstoffe sein, die im Kontaktklebeverfahren verarbeitet werden.
Dazu werden zunächst beide Klebeflächen gleichmäßig mit Klebstoff bestrichen. Dann lässt man den Klebstoff so lange ablüften, bis der Klebefilm sich trocken anfühlt, das heißt bei der Fingerprobe keine Fäden mehr zieht und nur noch eine geringe Soforthaftung aufweist. Im nächsten Schritt müssen die Klebeflächen innerhalb der offenen Verarbeitungszeit exakt zusammengefügt werden. Eine Korrektur ist nicht möglich. Um eine gute Verklebung zu erzielen, ist es nötig, die Klebeflächen kurz unter möglichst hohem Druck zusammenzupressen. Ist ein Substrat flexibel, bedient man sich am besten einer Rolle, mit der ein hoher Liniendruck erzielt werden kann. Die Klebung ist sofort nach dem Fügen belastbar. Die Endfestigkeit wird nach einigen Tagen erreicht. Einer der bekanntesten Kontaktkleber für den Hausgebrauch ist der von Henkel hergestellte Lösungsmittelklebstoff "Pattex".
Plastisole
Bei Plastisolen sind in der Verarbeitungsform kleine feste Polymerkügelchen in einer flüssigen Phase verteilt. Nach dem Applizieren wird das Plastisol durch Wärmezufuhr geliert. Bei diesem Vorgang nehmen die Polymerkügelchen die Flüssigkeit - meist ein Weichmacher - auf, quellen und verwachsen so zu einer homogenen Schicht. Häufig verwendet werden beispielsweise PVC-Plastisole im Automobil-Bau als Nahtabdichtung oder Unterbodenschutz. Nicht nur wegen dieser Anwendungsfälle, sondern auch auf Grund der geringen Festigkeit und gleichzeitig hohen Elastizität sind Plastisole schon mehr den Dichtstoffen zuzuordnen.
Chemisch härtende Klebstoffe
Bei chemisch härtenden Klebstoffen, oft auch Reaktionsklebstoffe genannt, werden die einzelnen chemischen Bausteine für den Klebstoff im richtigen Verhältnis in die Klebefuge eingebracht. Die Verfestigung erfolgt danach durch chemische Reaktion der Bausteine miteinander.
Grundsätzlich unterscheidet man bei den Reaktionsklebstoffen zwischen zwei- (oder mehr-) komponentigen und ein-komponentigen Systemem. (Siehe auch Kunstharz)
Bei 2-Komponenten-Klebstoffen (kurz: 2K-Klebstoffe) hat der Verarbeiter einen Klebstoff bestehend aus getrennten Bestandteilen, A- und B-Teil oder Harz und Härter genannt, die vor der Applikation im korrekten Verhältnis intensiv vermischt werden müssen. Durch das Mischen startet die chemische Reaktion zwischen den zuvor separat vorliegenden Bausteinen zum Klebstoffpolymer. Dies bedingt, dass 2K-Klebstoffe nur innerhalb der sog. Topfzeit verarbeitbar sind. Durch die fortschreitende Reaktion wird die angemischte Masse immer zäher und fester und kann schließlich nach Überschreiten der Topfzeit (= max. mögliche Verarbeitungszeit) die zu verbindenen Oberflächen nicht mehr benetzen. Nach dem Einbringen des Klebstoffs in die Fuge folgt die Abbindezeit, in der sich die Endfestigkeit der Verklebung aufbaut. Diese Aushärtezeit wird stark von äußeren Einflüssen, besonders der Temperatur, beeinflusst. Temperaturerhöhung führt zu einer schnelleren Reaktion und meist auch einer höheren Festigkeit, während kühlere Temperaturen die Reaktionsgeschwindigkeit herabsetzen.
Bei 1-Komponenten-Klebstoffen (1K-Klebstoffen) wird eine schon gebrauchsfertig verkaufte Klebemasse in den Klebespalt gebracht. Der Klebstoff härtet dann durch Veränderung der Umgebungsbedingungen aus; dies kann beispielsweise durch Temperaturerhöhung, Zutritt von Luftfeuchtigkeit, Ausschluss von Luftsauerstoff oder Kontakt mit der Substratoberfläche geschehen.
Die Unterscheidung nach der Art der chemischen Reaktion - Polymerisation, Polykondensation oder Polyaddition - ist für den Anwender von geringerer Bedeutung.
Cyanacrylat-Klebstoffe
Cyanacrylat-Klebstoffe sind im allgemeinen besser bekannt unter dem Begriff "Sekundenkleber". Es handelt sich dabei um dünnflüssige oder bewusst eingedickte Ester der Cyanacrylsäure, die in 1K-Form als Monomere in den Handel kommen und durch Polymerisationsreaktion im Fügespalt zum eigentlichen Klebstoffpolymer reagieren. Voraussetzung für den Start der Aushärtung ist das Vorhandensein polarer Gruppen, beispielsweise die OH-Ionen in der Feuchtigkeitsschicht an der Fügeteiloberfläche. Die Polymerisation läuft dann sehr schnell ab, so dass in Sekunden eine feste Verbindung hergestellt ist. Bevorzugte Substrate sind Metalle, Glas oder Keramik, die einen extrem dünnen Klebespalt ermöglichen. Um etwas breitere Spalten zu füllen, wird durch Zusatzmittel die Viskosität angehoben. Solche Typen werden bevorzugt zum Verkleben von EPDM-Gummidichtungen eingesetzt.
Cyanacrylat wurde ursprünglich 1942 von der Firma Kodak für das US-Militär als transparente, unzerbrechliche Zieloptik für Panzer entwickelt. Da es jedoch zu diesem Zweck nicht taugte, kam 1958 der erste Sekundenkleber mit dem Namen Eastman #910 auf Basis der damals entwickelten Substanz heraus.
Verklebungen mit Cyanacrylat-Klebstoffen sind nicht feuchtigkeits- oder temperaturstabil, da unter diesen Bedingungen das Polymer wieder gespalten wird. Die Haltbarkeit der Verklebung ist eingeschränkt: nach zwei bis drei Tagen wird sie spröde und kann leicht brechen. Ausserdem lassen sich nur kleine Flächen richtig verkleben.
Spezielle Ester der Cyanacrylsäure finden auch in der Medizin zum Wundverschluss statt des Nähens Anwendung. Durch die feucht-warmen Umgebungsbedingungen lösen sich diese Verklebungen wieder langsam auf. Seit 1998 ist in den USA Cyanacrylat auch zur Wundbehandlung freigegeben, da gerade Schnittwunden so schnell verklebt werden können.
Den Effekt, dass Haut und Augenlider sehr schnell verklebt werden können, findet man als Warnung auf jeder Packung. Als Erste Hilfe bei Hautverklebungen wird empfohlen, mit warmen Seifenwasser und 'stumpfen' Gegenständen die Verklebung zu lösen. Der Klebstoff löst sich mit der Zeit langsam von selbst.
Methylmethacrylat-Klebstoffe
Methylmethacrylat-Klebstoffe sind zwei-komponentige Reaktionsklebstoffe, bei denen das eingesetzte Monomer - der Methylester der Methacrylsäure - durch radikalische Kettenreaktion polymerisiert wird. Zum Start der Polymerisationsreaktion wird ein reaktives Radikal benötigt, das meist aus einem Peroxid entsteht, wenn man diesem einen Beschleuniger zusetzt. Das heißt, letztendlich benötigt man nur für das Starten der Radikalreaktion das 2K-System, bei dem Peroxid und Beschleuniger zusammenkommen und die Startradikale bilden.
Man kann daher sowohl das Peroxid im Methylmethacrylat-Monomer als eine Komponente als auch den Beschleuniger gelöst im Basis-Monomer als zweite Komponente in den Handel bringen. Durch Mischen beider Komponenten wird die Radikalkettenreaktion initiiert und der Klebstoff härtet durch.
Eine andere Variante bringt das gesamte Monomer und das Peroxid in eine Komponente und verwendet als zweite Komponente nur noch den Beschleuniger. Hierdurch kann das vorangehende Mischen der beiden Komponenten (und die damit verbundene Topfzeit) entfallen, wenn auf ein Fügeteil die Hauptkomponente und auf das andere Fügeteil der Beschleuniger aufgetragen werden. Durch Zusammenfügen der Flächen kommen die beiden Komponenten in Kontakt und die Radikalreaktion startet.
Methylmethacrylat-Klebstoffe werden hauptsächlich zur strukturellen Verklebung von Metallen eingesetzt.
Anaerob härtende Klebstoffe
Diese Gruppe von Klebstoffen wird als 1K-System angewendet. Die eingesetzten Monomere von (modifizierten) Acrylsäure-Estern härten ebenfalls nach einem Radikalketten-Mechanismus ähnlich den Methylmethacrylaten aus. Das Besondere dabei ist, dass die Härtereaktion nur unter Ausschluss von Sauerstoff (anaerob) startet, wenn der Klebstoff in einer engen metallischen Klebfuge von der Umgebungsluft abgeschlossen wird. Aus diesem Mechanismus ergibt sich das Hauptanwendungsgebiet dieser Klebstoffsorte als Schraubensicherung und zur Wellen- und Flanschverklebungen praktisch von selbst.
Strahlenhärtende Klebstoffe
Ebenfalls durch radikalische Polymerisation härten diese 1K-Klebstoffe zu festen Polymeren, wobei die Bildung der Startradikale durch Bestrahlung mit UV-Licht (oder anderen Strahlenquellen wie Elektronen) hervorgerufen wird. Die Wellenlänge des UV-Lichts muss dabei genau auf das eingesetzte Klebstoffsystem abgestimmt sein; außerdem muss mindestens eines der Fügeteile für die Strahlen transparent sein. Bekannte Beispiele sind z.b. das Ankleben künstlicher Fingernägel oder das Einkleben von Kunststoff-Zahnfüllungen, die Aushärtung erfolgt jeweils durch Bestrahlen mit UV Licht.
Phenol-Formaldehydharz-Klebstoffe
Wie schon der Name dieser Klebstoffgruppe sagt, sind die Basis-Bausteine Phenol (oder Phenol-Derivate) und Formaldehyd, die zu einem Polymer kondensiert werden. Dies war eine der ersten Reaktionen, die zu einem "Kunststoff" (Bakelite) führte. In der Klebetechnik setzt man eine Mischung aus Phenol-Formaldehyd-Harz, das noch nicht hochmolekular polymerisert ist, und einen Formaldehyd-Lieferanten ein. Dieses Gemisch bringt man als Lösung oder auch als Pulver in die Klebefuge ein und setzt die quasi unterbrochene Kondensationsreaktion durch Temperaturerhöhung auf ca. 160 bis 180°C fort. Da hierbei als Abspaltprodukt Wasser entsteht, müssen die Fügeteile gut zusammengepreßt werden.
Der resultierende Klebstoff hat eine gute Temperaturbeständigkeit, weshalb man dieses System besonders für temperaturbelastete Metall-Verklebungen nutzt. Ein großes Einsatzgebiet ist beispielsweise die Verklebung von Reibbelägen, die als Bindemittel ebenfalls Phenol-Formaldehyd-Harze enthalten, auf die Metallträger bei der Fertigung von Kupplungen und Bremsbelägen.
Silicone
Silicon-Polymere unterscheiden sich grundsätzlich von den anderen hier behandelten Polymertypen, da das Rückgrat der Silicone nicht wie bei den üblichen organischen Polymeren aus Kohlenstoffketten ausgebaut ist. Vielmehr wechseln sich in der Hauptkette Silicium- und Sauerstoff-Atome ab. Nur in den Seitenkette tragen diese Polymere organische Strukturen.
Für die Kleb- und Dichtsysteme werden sog. Prepolymere (Polymere, die sich noch in einem Vorstadium zu einem richtigen Polymer befinden) eingesetzt, deren Kettenenden durch funktionelle Gruppen so gestaltet sind, dass sie unter Einwirkung von Luftfeuchtigkeit (bei 1-komponentigen Siliconen) oder nach Zugabe eines Härters (2K-Systeme) zu einem hochmolekularem Polymer vernetzen.
Anwendungsgebiete sind heutzutage weniger Klebstoffe als vielmehr Dichtstoffsysteme, wie man sie z.B. als Sanitärsilicone kennt.
Silanvernetzende Polymerklebstoffe
Hierbei handelt es sich um eine relativ neue Klebstoffart. Die Vernetzung entsteht wie bei Siliconen durch die Reaktion mit Luftfeuchtigkeit. Silanvernetzende Polymerklebstoffe sind meistens zähelastisch mit einer hohen Klebkraft. Mitunter werden sie auch Hybridklebstoffe genannt, weil Polymere und Silane ein Hybrid ergeben. Die Silan-Bausteine können durch chemische Reaktion mit benachbarten Polymermolekülen Brücken schlagen und sich so 3-dimensional vernetzen. Bei der Vernetzung werden niedermolekulare Substanzen wie Methanol oder Etanol freigesetzt.
Polyimid-Klebstoffe
Epoxidharz-Klebstoffe
Epoxidharz-Klebstoffe sind zweikomponentig aus Harz und Härter aufgebaut. Als Epoxidharz werden Polymerbausteine verwendet, die am Ende sog. Epoxidgruppen tragen. Meist werden dazu die Reaktionsprodukte aus Bisphenol-A und Epichlorhydrin eingesetzt, die nach dem Vermischen mit dem Härter, der Amino- oder Mercaptogruppen enthält, einen stabilen Duroplasten bilden. Die Aushärtereaktion kann sowohl bei Raumtemperatur als auch bei höherer Temperatur vorgenommen werden. Im letzteren Fall werden üblicherweise höhere Festigkeiten der Klebung erzielt. Da der ausgehärtete Klebstoff eine sehr hohe Kohäsion besitzt, wendet man diese Klebstoff-Klasse häufig für strukturelle Verklebungen z.B. im Fahrzeug- und Flugzeugbau an.
Eine Besonderheit sind einkomponentige Epoxidharzklebstoffe, bei denen schon in der Herstellung Harz- und Härterkomponente im korrekten Verhältnis miteinander vermischt wurden und die erst nach Temperaturerhöhung reagieren. Diese finden insbesondere in der Automobilindustrie als sogenannte Rohbauklebstoffe Anwendung, wo man sie vor dem Lackiervorgang in die Klebefugen appliziert und sie durch den anschließenden Lackierprozeß bei Temperaturen von 140 bis 180°C zum Aushärten bringt.
Polyurethan-Klebstoffe
Polsterung
Polsterung ist ein Begriff aus der Textiltechnik, Gummi- und Lederverarbeitung für die Federung, Isolierung oder Wattierung von Gegenständen.
Basis der Polsterung bietet bei Polstermöbeln die Unterfederung, für die Federkerne, Federholzleisten, Stahlwellenfederungen oder Elastikgurte verwendet werden. Der Ferderkern kann ein Zylinderfederkerne, Bonellfederkerne oder, bei hochwertige Polstermöbel, Taschenfederkerne sein. Die Abdeckung des Federkerns besteht aus Schaumstoffen unterschiedlicher Härtegrade, durch die der Sitzkomfort bedingt wird. Das Polster wird dann mit einer Vlies-oder Mattenabdeckung abgeschlossen.
Man unterscheidet legere und straffe Polsterung. Bei der legeren Polsterung sinkt man ein wenig ein und die Polsterung passt sich der Körperform an. Bei straff gespannten Polsterungen ist der Bezug fest mit dem Polster verbunden und daher ist die "Einsinktiefe" geringer und die Oberfläche bleibt straff und glatt.
Raumausstatter
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Raumausstatter/Raumausstatterin ist ein Beruf aus dem Bereich des Handwerks. Er befasst sich mit der Gestaltung von Innenräumen.
Geschichte des Berufs
Der Raumausstatterberuf ist bereits sehr alt. Früher hieß dieser Beruf Tapezierer. Diese Bezeichnung stammt vom französischen Tapissier, der als Beruf seit dem Jahr 1295 bekannt ist. Am Hof Ludwig XIV. erlangte der Beruf erstmals große Bedeutung, wo der Tapissier Räume mit wertvollen Wandteppichen, Wandbespannungen und Stoffdrapierungen ausstattete und gepolsterte Sitz- und Liegemöbel herstellte. Später und auch regional unterschiedlich nannte man diesen Beruf auch Polsterer und Dekorateur bzw. Tapezierer-Dekorateur. Seit 1965 mit der Erneuerung der Handwerksordnung wird der Beruf offiziell als Raumausstatter bezeichnet. Auch der Sattler ist ein eng verwandter Beruf.
Arbeitsbereiche
Der Raumausstatterberuf umfasst die Bereiche
- Polstern
- Verlegen von textilem Bodenbelag, PVC- oder CV-Belag
- Fensterdekoration
- Wandbekleiden (textile Wandbespannung bzw. Tapeten)
- Sonnenschutz
Letex e.G.